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Dinner Show in Deutschland: Termine im Spiegelpalast und was dort läuft

Die Dinner Show ist das jüngste der drei Formate auf dieser Seite und das einzige, in dem die Küche gleichberechtigt neben der Bühne steht. Wer sie für ein Varietéprogramm mit Abendessen hält, unterschätzt, wie stark die Taktung den Abend bestimmt. Dinner Shows in Deutschland laufen fast ausschließlich als Saisonproduktion, nicht als Dauerbetrieb.

Runde gedeckte Tische dicht um eine kleine runde Bühne in einem Zelt, eine Person im Gegenlicht auf der Bühne (AI)
AI Die Tische stehen um die Bühne, nicht davor. Diese Anordnung ist der ganze Unterschied zum Theaterabend mit Menü.

Wie die Dinner Show nach Deutschland kam

Der Ursprung liegt in der Erlebnisgastronomie der neunziger Jahre. Hans-Peter Wodarz entwickelte mit Pomp, Duck and Circumstance ein Restauranttheater, das zwischen 1997 und 2001 in Hamburg, Düsseldorf, München und Frankfurt gastierte und dreimal mit dem Five Star Diamond Award ausgezeichnet wurde. Aus demselben Umfeld entstand später Palazzo, dessen Menüs von Eckart Witzigmann verantwortet wurden.

Beide Produktionen haben ein Muster gesetzt, das in Deutschland bis heute gilt: kein festes Haus, sondern ein Bau, der für eine Saison steht und danach weiterzieht. Deshalb findet man Dinner Shows in Deutschland selten unter einer dauerhaften Adresse, sondern jedes Jahr an einem etwas anderen Platz derselben Stadt. Dinner Shows in Deutschland sind damit näher am Festivalbetrieb als am Theaterbetrieb.

Der Spiegelpalast als Standardgefäss

Der Spiegelpalast ist die große Form des Spiegelzelts: mehr Durchmesser, feste Küche, Garderoben. Palazzo spielte in Berlin unter anderem am Bahnhof Zoo, und die Wahl des Baus hat einen praktischen Grund. Ein Spiegelpalast bringt runde Sichtachsen mit, und ein Publikum, das isst, sitzt nun einmal an Tischen und nicht in Reihen.

Das hat auch eine Kehrseite. Im Spiegelpalast ist jeder Platz anders: Tische am Rand liegen weiter weg und teils hinter Säulen. Beim Buchen ist die Tischkategorie deshalb wichtiger als bei einem Theaterabend, wo die Reihe fast alles entscheidet.

Termine, Preise und worauf vor der Buchung zu achten ist

Die Termine liegen fast vollständig zwischen Ende Oktober und Anfang März. Das ist keine künstlerische Entscheidung, sondern eine des Bauens: ein temporärer Holzbau mit Küche rechnet sich nur in der Saison mit der höchsten Auslastung, und das ist in Deutschland die Zeit um die Feiertage.

Drei Dinge lohnen den Blick vor der Buchung. Erstens die Tischkategorie, siehe oben. Zweitens, ob das Menü vegetarisch oder vegan wählbar ist, was bei fester Taktung vorbestellt werden muss. Drittens der Beginn: Dinner Show Termine starten früher als ein Theaterabend, weil vier Stunden zu füllen sind. Wer mit einem Vorstellungsbeginn um zwanzig Uhr rechnet, kommt zur zweiten Vorspeise. Die Dinner Show Termine einer Saison stehen meist schon im Frühsommer fest.

Wer lieber getrennt essen und schauen will, ist im festen Haus besser aufgehoben. Mehrere Varieté Theater betreiben ein eigenes Restaurant und verkaufen Karte und Menü einzeln.

Warum die Taktung alles bestimmt

Ein Abend mit vier Gängen und acht Nummern hat zwölf Ereignisse, die sich nicht überschneiden dürfen. Eine artistische Nummer braucht Stille und Blickrichtung; ein Gang braucht Personal im Raum. Beides gleichzeitig geht nicht. Deshalb ist der Ablauf durchkomponiert: serviert wird während der Umbauten und in den ruhigen Passagen, abgeräumt wird, während das Licht auf der Bühne liegt.

Aus dieser Einschränkung folgt die Dramaturgie. Nummern, die auf absolute Stille angewiesen sind, kommen spät, wenn abgeräumt ist. Musik trägt die Servicephasen, weil sie Geräusch verträgt. Wer während des Hauptgangs eine Kartenmanipulation zeigen wollte, hätte die halbe Aufmerksamkeit des Saals.

Das erklärt auch, warum diese Abende länger dauern als ein Theaterbesuch mit Essen davor, und warum sie sich schwer verkürzen lassen. Wer nur die Nummern sehen will, ist in einem festen Haus schneller und günstiger bedient. Wer den durchkomponierten Abend will, bekommt ihn hier und sonst nirgends.

Häufig gefragt

Was ist eine Dinner Show?

Ein Abend, bei dem ein mehrgängiges Menü und eine Nummernrevue ineinander verschränkt sind: zwischen den Gängen wird gespielt, zwischen den Nummern serviert. Beides ist aufeinander getaktet, das ist der Unterschied zum Theaterbesuch mit Essen davor.

Wie lange dauert ein solcher Abend?

Drei bis vier Stunden. Das Menü bestimmt die Länge, nicht das Programm.

Was ist ein Spiegelpalast?

Ein besonders großer Spiegelzelt-Bau, der für die Dauer einer Saison aufgestellt wird. Er ist das übliche Gefäß für dieses Format, weil er Tische, Küche und Bühne in einem temporären Raum zusammenbringt.

Kann man ohne Menü buchen?

Bei den meisten Produktionen nicht, weil die Kalkulation am Menü hängt. Ein Varietéhaus mit angeschlossenem Restaurant bietet dagegen beides getrennt an.